Reisensburg 1996: Abstract U. Haag
Statistical Computing '96 - Schloß Reisensburg

PATriCIa - ein wissensbasiertes System zur biometrischen Planung klinischer Therapiestudien

Uwe Haag

Universität Heidelberg, Institut für Med. Biometrie und Informatik
Im Neuenheimer Feld 305, 69120 Heidelberg

PATriCIa ist ein wissensbasiertes System zur Unterstützung der Planung von klinischen Therapiestudien. Zielgruppe sind die an der Planung beteiligten Ärzte und Biometriker.

Die Anwender erarbeiten mit Hilfe des Systems, d.h. durch das Ausfüllen dynamisch generierter Bildschirmmasken, eine formale Repräsentation eines Studienprotokolls. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, kann PATriCIa einen ersten Textvorschlag generieren. Dieser wird in einem vom Anwender bestimmten Textverarbeitungssystem überarbeitet. Beim Entwurf der Schnittstellen wurde Wert auf Flexibilität gelegt. Zwar gibt es eine empfohlene Bearbeitungsfolge, nämlich entsprechend der Gliederung des Studienprotokolls, dies ist jedoch nicht verbindlich.

Anwender können jederzeit zu einer anderen Stelle des Protokolls vor- oder zurückspringen. Zwischenstände der Planung können gespeichert werden, und es können intermediäre Versionen der Textfassung generiert werden. Jede Eingabe kann überschrieben werden, PATriCIa überprüft automatisch die Konsequenzen dieser Änderung. Es gibt eine Bedienhilfe, eine inhaltliche Hilfefunktion und vielfältige Möglichkeiten, sich das Wissen des Systems anzuzeigen, einschließlich einer einfachen Erklärungskomponente.

Ziel des Systems ist es, klinische Studien effizienter planen zu können. Soweit möglich übernimmt das System die Formulierung von Texten. Hat eine Anwendereingabe Konsequenzen für andere Gliederungspunkte, so berücksichtigt PATriCIa diese automatisch. Es ist schließlich möglich, den Inhalt jeder beliebigen Eingabemaske in Datenbanken zu speichern und diese bei einer anderen Planung über einen einfachen Tastatur- bzw. Menübefehl einzubinden.

Die Verwaltung, zu welcher Maske die gespeicherten Inhalte gehören, übernimmt PATriCIa. Auf diese Weise kann man sich regelmäßig wiederkehrende Eingaben speichern. Je häufiger man PATriCIa einsetzt, um so effizienter kann eine neue Studie geplant werden. Außerdem sollen eine gewisse Vollständigkeit und Qualität des Studienprotokolls gewährleistet werden. Das Wissen berücksichtigt daher wichtige gesetzliche Regelungen und Empfehlungen.

PATriCIa befindet sich derzeit (Juni 1996) in Entwicklung, d.h. es stehen nur Teile der Wissensbank zur Verfügung, die auch noch nicht abschließend evaluiert sind. Die Entwicklung erfolgt auf einem Power Macintosh 7100/66 im wesentlichen mit der Programmiersprache Prolog.


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